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Gibt es Seile, die speziell für die Kletterhalle entwickelt wurden? Ja, die gibt es. Allerdings ist es nicht unbedingt nötig, ein vom Hersteller ausgewiesenes „Hallenseil“ zu verwenden, wenn man in die Kletterhalle geht. Im Grunde gibt es ein paar Dinge, die man wissen sollte, um sein Lieblingsseil für die Halle zu finden:

  • Kletterseile für die Halle müssen nicht imprägniert sein.
    Ein solcher Schutz ist nur sinnvoll, wenn man mit dem Seil auch mal in Schnee, Eis und Regen unterwegs sein könnte. In der Kletterhalle kann man sich die Mehrkosten für die Imprägnierung sparen.
     
  • Je nach Kletterhalle sind 30m, 40m oder 50m Seillänge ausreichend.
    Während man beim Sportklettern am Fels oft auch mit 30-35m-Routen zu tun hat, und man mit einem möglichst langen Seil flexibel bleiben möchte, ist ein überlanges Seil in der Halle oft nervig. Wenn du immer in die gleiche Halle gehst, die zum Beispiel 16 Meter Wandhöhe hat, dann bist du mit einem 40m-Seil gut bedient. Das spart Kosten und verhindert unnötigen Seilsalat. Bitte denke aber daran, immer ein paar Meter Reserve einzuplanen. Routen, die über lange Dächer gehen, benötigen mehr Seillänge als die reine Wandhöhe ist!
     
  • Dünnere Seile laufen besser durch die Sicherungsgeräte.
    Wenn du ein Click-Up, Grigri, Smart oder ein anderes Sicherungsgerät verwendest, bei dem der Durchlauf für das Seil begrenzt ist, dann sind dünnere Seile oft komfortabler im Handling. Dicke, aufgepelzte Seile stecken oft fest, wenn man zum Beispiel mit dem Smart oder dem Grigri Seil für den Vorsteiger ausgeben möchte. Dünnere Seile mit einem Seildurchmesser von 9,7 oder 9,8 mm laufen besser durch die Sicherungsgeräte, da sie weniger Seilreibung erzeugen. Noch dünnere Seile sind aber eher für die erfahrenen Kletterer, denn irgendwann macht auch ein Grigri nicht mehr „zu“, wenn das Seil zuwenig Reibung erzeugt. Mit den genannten 9,7 und 9,8mm klappt aber sowohl das Sichern mit dem Grigri als auch mit dem Smart sehr gut.
     
Mammut Zopa 9.7

Die Bergfreunde-Edition des Mammut Zopa mit 9,7 mm – ein super Kompromiss aus Qualität und Preis (Foto: Bergfreunde.de)

Meine Seilempfehlungen für die Kletterhalle

Ich muss gestehen, dass für mich ein Hallenseil ein gesunder Kompromiss aus Qualität und Preis sein sollte. Ich benötige keine 10,5 mm Seile, weil es in der Halle selten „scharfe“ Kanten gibt und eine Imprägnierung ist sowieso „für die Füße“ auch 7 Normstürze muss es nicht aushalten, denn in der Halle hat man selten großen Hakenabstände. Was zählt, ist ein angenehmes Handling, eine gute Haltbarkeit und ein fairer Preis.

Aus diesen Gründen liste ich hier auch keine speziellen „Indoor-Seile“ wie das Edelrid Tower, das Beal Wallmaster oder das Tendon Indoor. Ich finde sie durch die Bank weg zu dick (>10 mm) und im Preis pro Meter zu teuer. Da gibt es preiswertere Alternativen…

Meine Empfehlungen sind diese hier:

  • Mammut Zopa 9.7 – Bergfreunde-Edition: sehr weich und angenehm im Handling; der Preis liegt bei ca. 45-50 € für 30 m, es ist aber auch in 40m, 50m und länger erhältlich
  • Edelrid Daku 10.0 – Bergfreunde-Edition: mit 10.0 mm schon etwas „dicker“, aber dafür robust und mit trotzdem gut mit Grigri und Co zu verwenden; der Preis liegt bei ca. 70-90 € für 40 m, aber einen Seilsack gibt es ohne Aufpreis dazu; das Seil ist auch in den Längen 50 m, 60 m, 70 m erhältlich
  • Tendon Smart Lite 9,8 mm: das Smart-Lite ist in den Längen 30 m bis 70 m erhältlich und auch eine gute Mischung aus „preiswert“ und „tolles Seil“; der Preis liegt bei ca. 50-60 € für 30 m

Die Preise sind immer mal anders, aber ungefähr in dem Bereich, der oben genannt ist. Schaut am besten mal alle durch, da es vielleicht gerade eines im Angebot gibt. Ihr seid mit jedem der drei Seile gut für die Hallenkletterei ausgerüstet.

Die 3 besten Kletterseile für die Halle
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